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Schwarzarbeit im Freizeitpark
Tausende Stunden illegaler Flüchtlingsarbeit in der Area 47


Die Area 47 am Ausgang des Ötztals ist ein mit Tiroler Steuergeld und EU-Förderung errichtetes „Ballermann-Spaßzentrum“ (© ORF), hinter dem eine rein private, gewinnorientierte GesmbH steht, die den Bergbahnen Sölden gehört. Eine rein private GesmbH, darum geht es, weil eine solche sich nie und nimmer mit Arbeitern aus Flüchtlingsheimen versorgen darf, um sie mit 3,00 Euro pro Stunde abzuspeisen.


Nach den Bestimmungen des geltenden Ausländerbeschäftigungsgesetzes dürfen Asylwerber ohne Arbeitsbewilligung nur zu gemeinnützigen Tätigkeiten für Kommunen herangezogen werden, nicht jedoch für private Unternehmen arbeiten. Genau das aber hat der von Landeshauptmann Platter ständig promotete Freizeitpark getan. Jahrelang.





Begonnen hat die illegale Beschäftigung von Asylwerbern in der Area offenbar schon vor Jahren. Flüchtlinge, die sich die Gemeinde Haiming für kommunale Arbeiten organisiert hat, wurden immer öfter und immer zahlreicher auch für Arbeiten auf dem Gelände der Area eingesetzt, anfangs beispielsweise um dort Müll aufzusammeln, Rasen zu mähen oder Veranstaltungsbühnen auf- und abzubauen. Für 3 Euro pro Stunde, abgerechnet über die Gemeinde Haiming. Das ist erstens Ausbeutung, zweitens Lohndumping, drittens unlauterer Wettbewerb, viertens Steuern– und Abgabenhinterziehung. Und fünftens Beihilfe zum Gesetzesbruch durch die Gemeinde.


Selbstbedienungsladen Flüchtlingsheim

Woher kamen diese Asylwerber geflohen? Aus den Kriegsgebieten Afghanistan, Syrien, Irak, Somalia.
Auf abenteuerlichste Weise, übers Wasser, z.T. in Schlauchbooten, freilich nicht in der Qualität, wie sie die Area ihren Gästen für deren Abenteuer auf dem Wasser anbietet. Wenn die Flüchtlinge dann, wie ein Mitarbeiter der Area freizügig berichtet, hier die Raftingboote reinigen und die Neoprenanzüge der Gäste, die ihren Freizeit-Kick gesucht haben, waschen müssen, dann fehlen einem die




Ötztaler Ache (links), Mittelmeer (rechts)


Die Area 47 braucht, wie es im Jargon der Freizeit-Industrie heißt, ständig neue, spektakuläre Attraktionen. Im Frühjahr dieses Jahres wurde eine künstliche Wakeboard-Anlage mit einer Wasseroberfläche von zwei Hektar in die Landschaft geknallt. Mithilfe, richtig!, mithilfe illegal beschäftigter Asylwerber aus den Flüchtlingsheimen Telfs, Roppen und Sautens, Asylwerber, die gerade erst mit knapper Not der natürlichen Wakeboard-Anlage Mittelmeer entkommen waren.

Nocheinmal: Sie haben nicht für die Gemeinde Haiming irgendwo Papierln aufgeklaubt oder Gehsteige gekehrt, sondern waren am Bau der Wakeboard-Anlage beschäftigt, haben dort unter anderem Platten geschleppt, Rohre eingegraben und Betonwände aufgestellt. Das ist alles bei weitem keine Grauzone mehr, sondern eine tief schwarze. Die Kriegsflüchtlinge sind, wie einer von ihnen erzählt, Tag für Tag mit dem Area-Kleinbus vom Flüchtlingsheim abgeholt und dahin zurückgebracht worden.




April 2016: Die Area-Geschäftsführung präsentiert den Medien stolz die in Bau befindliche neue Wakeboard-Anlage. Die Arbeitssklaven aus den Asylwerberunterkünften waren an diesem Tag vorsorglich aus dem Bild geräumt worden (im Bild Area-Geschäftsführer Mike Reden-Neuner).


Das ganze ist gutgegangen bis … bis ich die Geschäftsführung der Area Mitte Juni um eine Stellungnahme gebeten habe. Die Geschäftsführung hat zwar alle Vorwürfe kategorisch bestritten, in der Folge aber gleich eine Selbstanzeige gemacht. Daraufhin soll es eine Razzia in der Area gegeben haben und sollen auch Flüchtlinge und Flüchtlingsbetreuer bereits einvernommen worden sein. Es geht offenbar um Tausende illegale Arbeitsstunden, wobei die missbrauchten Flüchtlinge nicht einmal die oben genannten drei Euro pro Arbeitsstunde erhalten haben sollen. (Beim Maschinenring, den die Area laut Werbung beschäftigt hat, kostet die Stunde um die 15 Euro.)


26.9.2016


Hier wird über die Sklavenarbeit zu Sklavenlöhnen in der Area 47 im Forum diskutiert.



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